Timo

 

Pedros Freund und Doppelgänger... und mein wundervoller Hund...

...oder wie der Paketdienst uns das Schicksal brachte!

..und eine kleine Fotoreihe zum Thema Entenjagd..

..und der Besuch der Talsperre Sant Ponç..

 

Der Hund und das Meer

Timo, 20. Mai 2007 in Sitges

Timo

Es war so Mitte Januar 2007, als ich einen grossen schwarzen Hund im Internet sah und stockte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, meinen Hund Pedro zu sehen. Und WAS?? Er lebte in Cáceres, Extremadura, und es war ungewiss, wie und ob sein Leben weiter gehen sollte? Er lebte ebenso wie ich in Spanien, nur ca. 1000 km von mir entfernt und in einem Tierheim, in dem grosse Not und Geldsorgen herrschten, um alle Schützlinge zu versorgen.

Timo, noch Lupas

Mein Hund Pedro und ich, wie auch meine Katze Raya, lebten in Manresa in der Provinz Barcelona und verarbeiteten gerade den so grossen Verlust unseres geliebten Hundes und Freundes Herro, der im September mit 16 Jahren von uns gegangen war, weil seine Zeit gekommen war und das Ende unseres gemeinsamen Weges, nach fast zwölf Jahren in Liebe und absoluter Gemeinsamkeit.

Pedro und ich haben so sehr gelitten. Auch Pedro war ganz krank nach Herros Tode, ebenso wie ich, dass es undenkbar war einen weitener Hund in unser Leben zu lassen. Aber als ich diesen Hund sah, da sah ich irgendwie einen und meinen Pedro, einen unbekannten „Pedro“ der in Not war und wir beide hatten doch eigentlich einen Platz frei um zu helfen. Mehr wollte ich nicht.

So setzte ich mich mit den netten Damen Marion und Mandy in Kontakt und sie schickten mir die Telefonnummer von Isabel in Cáceres, mit der ich schon bald telefonierte.

Jener unbekannte Pedro 2 war als drei monatiges Baby aus der Tötungsstation in eine Hundepension gekommen, die dann aber aus Geldnot geschlossen worden war und nun stand er nach sechs Monaten schon wieder vor dem Nichts. Ein Junghund von neun Monaten, also, und viel mehr wusste ich auch nicht von ihm. Und da bot ich mich als Pflegestelle an, da ich ja selber, nur 1000 km weit entfernt im Tierschutz tätig war.

Ich bot mich an ihn mit Haut und Haaren zu übernehmen und ihm ein neues Zuhause zu suchen. Pflegestelle. Und so kam er, damals hiess er noch Lupas, am Samstag dem 20. Januar 2007 um 10.07 Uhr morgens zu mir nach Manresa. Er wurde mit einem hiesigen Transportdienst wohlbehalten angeliefert, verstand jedoch sein kleine Welt nicht mehr, die bisher ja nur andere Hunde und Tierheimzwinger ausgemacht hatten.

Und so kamen Pedro und ich in sein Leben – und sein neuer Name – Timo – denn der kam, als ich „Lupas“ sah. TIMO. Timo con t’estimo – ich liebe dich.

 

Ich war sehr nervös, denn soetwas hatte ich nochnie gemacht: einen unbekannten Hund bestellt...Ich hatte seit ca. 10 Jahren Pflegehunde, immer Hunde, Hunde sind mein Leben, aber so weiss ich auch, dass nicht jeder Hund zu meinem Pedro, meiner Katze Raya und zu mir passt. Die Nacht zuvor träumte ich wild und aufgewühlt, mein toter Herro geistere durch meine Träume doch ich konnte seine Botschaft diesmal nicht deuten, die mir so oft so hilfreich sind. Ja, mir war als hätte ich das erste Date mit einem unbekannten Mann.

 

Und so spurtete ich mit Pedro die Treppe herunter, als der mürrische Transportdienstfahrer uns per Handy anrief und sagte: er habe da eine Kiste die er zurückschicken müsse – nur säss darin ein Hund. Vor Nervosität hätte ich bald einen Dauerlacher bekommen.

Also ich wollte den Hund und die Box nicht, meinte ich, soweit sei ja alles in Ordnung.

Aber dann, Pedro wurde kurz angebunden, sah ich meinen Timo, denn der Fahrer öffnete seinen Transporter und ich sah die Box, hockte mich hin und sah ein schwarzes grosses zitterndes Etwas, was seinen Kopf in eine Ecke drängte und seinen schwarzen Rücken freibot. Und dann öffnete ich die Box und ein völlig panischer Hundeblick aus honiggelben Pedroaugen traf mich, panische weisse Ränder, Todesangst, ausgeliefertsein, Hilflosigkeit, Verzeiflung........ Oh.

Mich traf ein heisser Schreck der absoluten Zuneigung, denn ich hatte nicht damit gerechnet einen Hund zu sehen, den ich kannte. Ja, warum meinte ich Timo zu kennen? Aber ich hatte die Geweissheit, dass es so war. Das sass MEIN HUND in grosser Not.

„Ist ein Guter“, sagte der Fahrer, „hat die Box nicht beschmutzt. War ja stundelang drin.“

„Ja“, sagte ich und ja dachte ich, sei du mal sooo viel Stunden voller Angst in ihr. Und blöde Box.

Ja, ich kannte Timo und alles war sonnenklar, auch was ich jetzt zu tun hatte. Ich legte ihm mein sicheres Halsband mit Leine um, liess zur noch mehr Sicherheit das Halsband um was er trug und wies den Fahrer an sich gegen seine Box zu stemmen und hob mit leichter Gewalt das verwirrte schwarze Hundewesen was sich starr wie sonst was machte und so ewig lange Beine hatte, aus der Box und auf die Strasse. Es vibrierte in meinen Armen, das „winzige 62 cm hohe schwarze und leicht pummelige Etwas“. Aber dann war es geschafft.

„Das er nur nicht beisst!“, sagte der Fahrer und ich lachte ihn an und drückte Timo. „Nein, nein, er beisst nicht“, meinte ich freundlich, denn ich meinte diesen Hund in und auswenig zu kennen, ohne ihn zu kennen.

Das Angstbündel flüchtete sofort zu meinem Hund Pedro, der ihn freundlich-neugierig begrüsste und der Fahrer fuhr mit seiner unverschmutzen Box erleichtert davon.

 

20. Januar 2007 - gerade angekommen

So war der Extremaduralupas alias Timo also bei uns und wir versuchten spazieren zu gehen, was sich als ungemein anstrengend für alle Partein erwies. Timo war DIE Panik, Pedro wollte los und ich hechtete zwischen beiden Hunden hin und her. Jeglicher Mensch, Autos, Laternenpfähle, Mülleimer, alles machten Timo Panik, aber sofort, trotz ungemeiner Angst vor meinen Händen, suchte er bei mir Schutz und schaute, was Pedro so machte. Und ich war entzückt und erleichtert, denn ich nahm wieder und wieder wahr: das ist ein Hund der passt. Und selbst mir erschien er am Anfang wie Pedros Doppelgänger, heute nicht mehr. Auch sah ich in ihm einen Hund wieder, den ich mehrere Jahre gepflegt hatte: Jaro.

Als wir aus dem Gröbsten raus waren, also der Stadt Manresa, gab ich ihm Wasser und er hatte riesigen Durst. Wir quälten uns eineinhalb Stunden durch die Felder vor Manresa und alles verstetze Timo in Panik. Doch es gab auch schon Momente, da lief er an der langen Leine neben Pedro, sanft und aufmerksam. Ich aber hatte durch andere ängstliche Pflegehunde gelernt Angst nicht zu beachten, sonst macht man sie nur noch schlimmer, und so wurde Timos Angst gnadenlos übersehen und Timo mit der Zeit fast entspannter.

Zu meiner Wohnung hoch musste ich ihn tragen (oh mein Rücken) und oben wurde er auch Katze Raya vorgestellt, ganz gut, Raya war irritiert zwei Pedros vorzufinden, nahm aber Pedro 2 kritsch ins Visier, aber Timo war viel zu aufgeregt, um Raya gross zu beachten. Nun verrichtet er auch „endlich“ seine Geschäfte in grosser Anzahl und Menge in meiner Wohnung, draussen leider nichts, aber ich sagte nichts. Es ist nicht gut einem panischen Hund noch mehr Angst durch Geschimpfe zu machen und ihm so leises Vertrauen in mich zu nehmen, wo er doch erst einmal zur Ruhe kommen muss. Timo verbrachte dann lange Zeit auf dem Balkon und ich mit Pedro am Rechner, musste noch arbeiten. Pedro begann ob Timos Anwesenheit verwirrt zu sein... Draussen ist es halt anders als in Pedros Eigentum...

Ich beachtet Timo gar nicht und tat alles so, wie immer.

Unsere zweite Runde, einen ca. 30 kg schweren Timo die Treppen wieder runter tragend, nun die war schon besser. Er hat dann aber auch nichts gemacht, aber zum Glück nur noch Pipi in enormen Ausmassen in meiner Wohnung später oben. Gefressen wurde eigentlich zarghaft, Hühnchen mit Reis hat ihm aber geschmeckt, aber er war doch noch sehr nervös und konnte noch nicht so geniessen. Noch immer konnte ja jeden Moment etwas Schreckliches passieren...

 

Aber dann: die erste Nacht, oh Wunder, sie war toll. Er schlief den Schlaf des Gerechten neben Pedro vor meinem Bett, war ganz still, ganz müde, hat nichts gemacht... obwohl ich alles weggeräumt hatte, an Teppichen und so.

Nun, Sonntagmorgen gings dann auf: ich dachte, Timo muss sich müde laufen und so lange bis er macht. Und so liefen und liefen wir. Er fing dann auch an zu begreifen, dass man Laternenpfähle nicht immer von der anderen Seite nehmen musste und als wir aus der Stadt heraus waren, umgeben von Feldern und Ruhe, da sagte er mir, dass ich ihm ruhig vertrauen könne, denn das konnte ich. Ich kenne ihn und verstehe ihn und ich war mir ganz sicher. So liess ich ihn von der Leine und er machte freudige Sprünge und entleerte sich. Drei Mal dicke Haufen, das war es also, die Leine ... und er wich mir nicht von der Seite, lief, und nicht weit. Und es war herrlich anzusehen, wie er sich freute. So schön, so elegant, so sanft zu mir. Und da begann er mich zu lieben. Ich weiss dass er es zu schätzen wusste, dass ich seine Bitte erhört habe. Er nahm auch gleich ein Bad, als wir am Parque d’lAgulla ankamen, aber ich glaube er kannte kein Wasser und noch weniger Enten und er hat es getan, weil es Pedro auch getan hat und sich eigentlich erschrocken. Aber dann wurden weite Runden voller Übermut gewetzt und er war die totale Freude pur.

Timo hat am Sonntag gleich ein Bad genommen, 21.01.07

Als wir nach vielen Wanderstunden wieder da waren, waren beide Jungs totmüde und glücklich. Es wurde auch mit viel mehr Ruhe gefressen und dann völlig entspannt geschlafen. Raya habe ich die ersten Tage zum Fressen weggesperrt, sie schaut und nippt ja auch immer am Futternapf und Timo knurrte böse, nun nach zwei Wochen durfte sie ruhig an seinem Futternapf riechen. Raya und Timo haben sich nach ca. 3 Wochen absolut akzeptiert.

Timo hat seitdem auch nicht mehr in die Wohnung gemacht – aber am Wochenende auch neben Pedro recht lange geschlafen... herrlich. Also ich bekam dann eine leise Ahnung, dass er wirklich ein Hund ist, der passt...

 

Aber zuerst wurde es schwierig, denn nachdem Timo begriffen hatte, dass ihm bei mir ein ganz tolles Leben ohne Schrecken geboten wird, streckte er seine Fühler nach der Rangherrschaft in Bezug auf Pedro aus.

Es gab dann, als sein Selbstbewusstsein einen Hochschub bekommen hatte, zum ersten Mal deutliche Attacken gegen Pedro und ich wies ihn böse schimpfend zurecht. Das hat aber zwei Seiten. Schimpfe ich, bezieht das der sensible Pedro auf sich und so lagen beide schwarzen Jungs verstört da und der Hausfrieden hatte einen bösen Riss. Katze Raya ergriff meine Partei mit gestreubten Fell und fauchte Timo an, wenn ich „fauchte“. Das macht sie jedes Mal. Das ging so die kommende Woche immer öfter, in der Timo sich in allem immer mehr stärkte und Pedro immer eifersüchtiger wurde. Die beiden „rieben“ sich immer mehr aneinander und ich wurde sehr traurig, weil Pedro so traurig wurde, ist mein geliebter Pedro doch mein ein und alles. Draussen jedoch war alles supergut. Timo war sehr folgsam und kam, wenn ich ihn rief. Ich war beiendruckt und mit jedem Tage bin ich es immer noch mehr. So liess ich ihn schon bald so es ging ohne Leine laufen, und auch in den kleinen Gassen von Manresa war das schnell gut möglich.

Pedro, Raya und Timo

 

Wenn ich zur Arbeit ging, sperrte ich Katze Raya zuerst lieber ins Schlafzimmer, aber nach drei Wochen war ich mir sicher und wagte es erfolgreich, alle drei Tiere frei in der Wohnung zu lassen. Leider hat sich Timo dann die blöde Angewohnheit, zuerst Teppiche, Socken und SPÜLTÜCHER zu erlegen angewöhnt. Er hat schon vier geschafft und die Reste derselben lasse ich ihm in der Zeit der Abwesenheit, damit er sie weiter zerschnitzeln kann. Dann ging es weiter zu Papier mit Plastik und er zog sich Ordner in meiner Abwesenheit aus dem Regal und zerlegte sie. Leider hat er wichtige Arbeits-unterlagen und meine Autopapiere erwischt...

 

Timo ist nur sehr neugierig, hat panische Angst vor Kindern und Stöcken und Händen, vor meinen nicht mehr.

Mittlerweile ging er mit Pedro und mir in Geschäfte, Banken, etc und mein Auto hat er auch schon kennengelernt und jetzt auch lieben gelernt. Zuerst machte ihm Einsteigen Angst, aber dann immer weniger, denn er hat schnell begriffen, dass es uns auf magische Weise zu schönen Orten bringt. Seine erste Autofahrt hat er in absoluter Panik verbracht, aber nicht gebrochen, die Rückfahrt war dann weniger schlimm weil der Ort zuvor soooo schön gewesen war. Heute kann er garnicht schnell genug drin sein. Autofahren ist eine Leidenschaft von ihm geworden.

Pedro und Timo auf dem Montserrat, 28.01.07

 

Bergwandern waren wir auch schon zwei Mal und herrlich, Timo ist ein eleganter geborener Bergsteigerhund, kann immer ohne Leine sein, allerdings darf er nicht zuviele Menschen mit den in Mode geratenen Wandestöcken begegnen. Die machen ihn panisch. Obwohl Timo schon in jungen Jahren ins Tierheim von Cáceres gekommen ist, bin ich mir sicher, dass er zuvor geschlagen worden ist. Und seine absolute panische Angst vor Kindern zwischen drei bis zehn Jahren gibt mir sehr zu denken. Was haben ihm Kinder angetan? Und wann? Und wie?

Timo und Kinder-Hände, hier ganz liebe. Kinder sind seine absolute Panik. Etwas Schlimmeres kann es nicht geben...

 

Am zweiten Tag wurde auch das Sofa eingenommen, mittlerweile ist es für Timo der Hort der Ruhe, fast ein zweites Zuhause. Der Hund der nur seinen Zwinger kannte, hat alles auf für ihn so wunderbare Weise in ein wunderbares Licht getaucht vorgefunden, dass er entspannt und glücklich auch neues ohne Panik begegnet.

 

Timo und Pedro auf dem Sofa - und dann auch nur Timo...

Nur, Pedro war sehr sehr eifersüchtig, war es so sehr, dass ich sehr sehr traurig war, denn Pedro ist ein so sensibler Hund. Irgendwann, so nach einem Monat, hat sich aber etwas verändert. Die Knurrerei hat aufgehört, Timo hat begriffen dass er den Pedroplatz Nr. 1 nicht streitig machen kann, und er hat begriffen, dass Pedro ein tolles Leidbild ist. Nun lernt er von Pedro und richtet sich nach ihm. Ja, beide Hunde haben angefangen sich zu mögen. Ich möchte fast sagen nach fünft Wochen ist eine stabile tiefe Ruhe zwischen ihnen eingekehrt und und von beiden Seiten Zuneigung. Von Timos Seite es es sogar noch viel mehr geworden. Pedro wird ständig geküsst und Timos Grösstest ist es, wenn Pedro auf Timos Spielaufforderungen eingeht. Mittlerweile ist Timo ganz lieb zu Pedro und als es Pedro einmal nicht so gut ging, wurde Pedro ständig geleckt und gehütet. Das hat sich Pedro auch gemerkt. Pedros und Timos Wesen ist sehr sanft und sehr einfühlsam, sensible und zärtlich. Auch Pedro ist im Herzen ein ängstlicher Hund, der es nur nach Aussen hin nicht ist, weil er mich und mein Vertrauen hat.

Harte Worte würden beide Hunde zerbrechen lassen. Deshalb reicht bei beiden eine vorwurfsvolle Mahnung und schon verstehen sie, was gemeint ist. Ist sie zu hart, sind sie erschüttert und begreifen nicht, was ich da eigentlich will. Dann ginge die Welt unter ... deshalb nur sanfte Mahnungen, nur im Ernstfall darf die Stimme hart werden.

Deshalb ist Timo auch freudig bereit, bei leisem Zuruf zu kommen. Es ist unglaublich wenn man diesen Hund sieht, wie er auf mich reagiert. Hunde die ihr ganzes Leben lang bei ihren Menschen leben, reagieren nicht, ich rufe nur sanft: Timo komm, und er kommt voller Freude. Ich fange gerade an, mich voll und ganz auf ihn verlassen zu können. Bevor ich ihm ableine, lasse ich ihn oft sitzt machen. Nun macht er das schon, ohne das ich etwas sage, freut sich und lacht mich an...

 

Wir gehen jeden Tag ca. 3 -4 Stunden spazieren und Timo, zuerst etwas pummelig um die Hüften, ist mittlerweile ein sehniger muskulöser Hund geworden, der frei und weit über die Felder jagt, aber nie wegläuft. Er hat bestimmt ein bis zwei kg verloren, aber an Muskeln dazugewonnen. Er sieht toll aus. Und gewachsen ist er auch, er ist nun deutlich grösser als Pedro.

Und dann kam noch ein einschneidendes Erlebnis: ich habe mir den dicken Zeh gebrochen. Aus mit den weiten Wanderungen aber da ich krankgeschrieben bin, viel Zeit für meine Tiere. Und als ich unter Schmerzen dahinhinkte, wussten beide, dass es so war. Sie zogen nicht, sie forderten nichts, sie gaben mir Beistand in allem. Und DAS hat alle meine drei Tiere sehr sehr deutlich zusammengeschweisst. Ab jenem Tage sind wir ein Team. Timos Augenausdruck, sein Gesichtsausdruck, alles hat sich verändert, ist so weich geworden, ist voller Liebe und Glück, Entspanntheit, Zufriedenheit, Sicherheit, ZUHAUSE, DAHEIM.

Es gibt garnicht mehr so viel zu zweifeln, und wenn ihm etwas Angst macht, dann hat er ja Pedro und mich. Diese neue Lebenseinstellung hat sich auch auf Pedro übertragen, denn nun bekommt auch Timo von Pedro Küsschen und wenn beide etwas Tolles unternehmen oder sehen, dann bestätigen sie sich durch Augenkontakt oder Anstubbsen oder gemeinsames Verhalten. Eingespieltes Team, könnte man jetzt sagen.

 

Und ich?

Das Leben ist hart in Spanien mit zwei grossen und SCHWARZEN Hunden, mit einem Hund ist es viel einfacher und Pedro ist ein wunderbarer Schatz. Und ich wollte keinen zweiten Hund mehr, war mir da so sicher. Pedro hat mich nach Herros Tod in allem so bereichert. Die Erinnerung an Herro, die Freude nur mit Pedro, Unsichere Zukunftsaussichten, Geldsorgen, was weiss ich, ja was weiss ich denn? Nur, dass da jetzt Timo ist und er in seinem ganzen Wesen ein Hund ist, der absolut zu Pedro und mir gehört. Hätte ich nach einem neuen Hund gesucht, ich hätte nach Timo gesucht!!! Genau nach ihm. Mein Problem war, dass ich ja eigentlich keinen zweiten Hund mehr wollte und auch nicht nach ihm gesucht habe, aber dann ist uns Timo geschickt worden, einfach so... Ja, wieso ist das alles eigentlich genauso gekommen? Ich war lange Zeit verwirrt. Kämpfte einen Kampf in mir, denn ich sah wie grossartig Timo ist und wie er alles so wundervoll macht und wie er einfach zu uns gehört...

Das ist schon sehr verwirrend, am meisten für mich, denn "realmente" und in Wirklichkeit, gibt es da garkein Problem. Und wie das Leben mit zwei grossen schwarzen Hunden ist, nun, dass weiss ich ja schon seit 8 1/2 Jahren....

Ich kann nicht fassen, dass da ein so absoluter zu uns passender wunderschöner liebenswerter Hund mit so einem umglaublichen Wesen und Charakter so mir nichts dir nichts zu uns gekommen ist und wie sich dieser Hund bemüht, alles richtig zu machen. Naja, abgesehen von seinen Papierschnipseln, aber das lernt er schon noch... Und der Gedanke ihn in eine Transportbox zu stecken und ihn ins ferne Ungewisse zu schicken, zu neuen unbekannten Menschen, meinen Timo, Timo verraten, der ALLES tut, damit ich mit ihm glücklich und zufrieden bin... dieser wundervolle Hund. Oh, dass kann ich nicht, unmöglich, es würde mir das Herz brechen, denn da hat es wohl jemand geschafft, es zu erobern.

Wie soll ich es beschrieben: Timo gehört einfach zu uns und wenn ich ehrlich bin, habe ich das sofort gewusst, Ich kannte ihn ja schon, vermeintlich, als ich ihn das erste Mal sah. So ist Timo ein Schicksalshund, das Schicksal kam dann am 20. Januar mit dem Paketdienst und brachte das Glück...

 

Timo, mein Pflegehund aus Cáceres, ist dann also gar nicht mehr mein Pflegehund, denn wie ich es schon auf unserer HP betont habe: Pflegestellen leben gefährlich, oh ja. Das Schicksal kann zuschlagen...

Ich habe das alles wirklich nicht ahnen können, .... .

Und sind sie nicht wunderschön zusammen??? Meine schwarzen Wölfe! Ich bin verdammt stolz auf sie!!!!!!!!!!!!!

Also kurz und gut: Timo ist daheim und ich gehe wieder mit zwei grossen schwarzen Hunden durchs Leben.

Herzlich Willkommen Timo!

Ina Erwien, Manresa, im März 2007