Nie wieder wollten wir einen Hund: Bei Ehescheidung mußte ich auf meine beiden Hunde verzichten, mein heutiger Mann verlor seine Hündin durch Krebs. Beide wollten wir solche Verluste nicht mehr hinnehmen - dazu hatten wir beide zu sehr gelitten.

Dann bezogen wir eine neue Wohnung: Erdgeschoß, Garten und direkt dahinter Wald und Wiesen. Immer wieder kam bei mir der Gedanke an einen Hund - immer wieder zwang ich mich dann an den damaligen Verlust zu denken. Aber es kamen auch die Gedanken an die schöne Zeit mit den Hunden. Irgendwann fragte ich vorsichtig meinen Mann, was er denn von einem Hund halte - bei der Wohnung eigentlich zwingend erforderlich, zumal mein Mann selbständig ist und sein Büro im Haus hat. Doch er wollte nichts davon wissen. Und dennoch: wenige Wochen später fuhren wir zum ersten mal in ein nahegelegenes Tierheim. Hier konnten wir uns jedoch für keinen Hund begeistern. Beide waren wir der Meinung, es müsse Liebe auf den ersten Blick sein - ein nicht leichtes Vorhaben ;-)

Eigentlich suchten wir nicht weiter - irgendwann würde sich etwas ergeben. Dann der Anruf meiner Schwägerin, die vor Jahren einen Hund von Tiere-in-Not-Köln übernommen hatte: Ob wir Interesse an einem kleinen schwarzen Hund hätten, der jedoch recht groß werden würde. Klar hatten wir Interesse: Mein Mann und ich wollten doch eigentlich einen dunklen, kurzhaarigen und vor allem großen Hund haben. Wir fuhren also zur Pflegestelle (Tiere-in-Not-Köln) in der tiefsten Eifel. Uns erwartete ein süßes Labrador-Boxer-Mädchen, gerade mal 11 Wochen alt. Das war es: Liebe auf den ersten Blick. Beide mußten wir dieses süße Hundemädchen ständig knuddeln und streicheln. Auf der Heimfahrt dann die ersten nüchternen Überlegungen: Ein Welpe? Ich wußte, daß das viel Arbeit bedeutet und erklärte meinem Mann auch meine Bedenken. Er hatte die kleine Momo aber bereits ins Herz geschlossen und auch ich warf schnell alle meine Bedenken über Bord: Diesen Hund wollten wir also haben.

So geschah es, daß Momo uns am 1. Mai 2003 nach Hause gebracht wurde. Wir haben unseren Entschluß nicht eine Sekunde bereut!

Weil Momo die ersten Wochen ihres jungen Lebens in einem feuchten, dunklen Keller verbringen und zwangsläufig dort überall ihre Geschäfte verrichten mußte, dauerte es gut 4 Wochen, bis sie endlich stubenrein war. Anstrengende Wochen, in denen wir alle 2-3 Stunden mit dem Hund Gassi gegangen sind (auch nachts!). Ansonsten ist unsere "Kleine" (mittlerweile 53 cm groß und 22,5 kg schwer) sehr pflegeleicht, verhält sich in der Wohnung ruhig und ist einfach nur lieb zu Mensch und Tier. Allerdings braucht sie Erziehung (Hundeschule ist für uns Pflicht) und genug Bewegung. Auf den Wiesen hinter unserem Garten treffen wir mehrmals täglich Hunde, mit denen Momo sich richtig austoben kann.

Natürlich gibt es bei jeder Geschichte auch einen Wermutstropfen: Entgegen bisheriger Aussagen ist plötzlich unser Vermieter gegen die Hundhaltung (der abgeschlossene Mietvertrag spricht allerdings für uns). Und das, obwohl er selber Schäferhunde züchtet (unsere Momo könnte ja mal in den Garten pieseln). Unsere Süße ist uns in den 5 Monaten, seit sie bei uns ist, so sehr ans Herz gewachsen, daß wir lieber umziehen, als daß wir sie nochmal hergeben!

Wieso soll man sich einen Hund beim Züchter erwerben, wenn so liebe Geschöpfe, wie unsere Momo, in irgendeinem Tierheim oder einer Pflegestelle auf ein neues liebes Zuhause warten? Das beste Zuchtergebnis kann unserer Momo nicht das Wasser reichen! Wenn die Nachfragen bei den Züchtern zurückgehen, werden diese auch die Zucht reduzieren.

Renate Greven

Wer mehr von Momo erfahren möchte: http://momo.graphixwerbung.de