Erfahrungsberichte von Hundefreunden

Mambolino

oder
wie ein kleiner Spanier unser Leben bereicherte

Als uns ein Hilferuf erreichte, der unser Leben verändern sollte, waren wir schon stolze Besitzer von 2 belgischen Schäferhunden (Laika 11,5 Jahre und Buddy 7 Jahre) und 5 Katzen.

Weil unsere Laika nicht mehr die Jüngste ist, fing ich an mich damit zu beschäftigen, was sein wird, wenn Laika über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Ich wollte mir Gedanken darüber machen, bevor es soweit sein wird, weil ich nicht weiss, wie ich diesen Tag überstehen werde. Laika ist seit sie 9 Wochen alt war bei uns und seither waren wir nie länger als ein paar Stunden voneinander getrennt.

Ich fragte mich: „Will ich nochmals einen Hund oder will ich keinen mehr? Wenn ja, was für einen? Welpe oder Erwachsener? Hündin oder Rüde (unser Buddy ist nicht kastriert)? Welche Rasse? Sofort oder etwas später?“

Irgendwie fand ich auf keine meiner Fragen eine Antwort, denn ich konnte weder „Ja“ noch „Nein“ sagen. Genau in dieser Zeit bekam ich einen Brief von einer Organisation, die dringend Plätze für Galgos und Greys suchte, die sie von Spanien aus in die Schweiz retteten.

Als ich Kontakt aufnahm und sagte, dass ich wegen meinen Katzen keinen Hund nehmen könnte, der gejagt hat, sagte man mir, dass nicht alle Galgos und Greys „Katzen – Killer“ sind.

Die Frau erzählte mir, dass sie kürzlich eine Mutterhündin mit 7 Welpen, geboren am 24.12.03, aus Spanien gerettet und in die Schweiz gebracht hat. Als sie die Hündin und die Welpen sah, wusste sie sofort: „Diese armen Geschöpfe nehme ich gleich mit!“

Die ca. 2-jährige Galga ( Spanischer Windhund) und ihre 7 Wochen alten Welpen standen Zentimeter tief in ihrem eigenen Kot und Urin. Grauenvoll! Alle waren bereits halb verhungert. Entsetzlich! Die Galga wurde bestimmt stark misshandelt, denn sie hatte panische Angst vor Menschen (vor allem vor Männern). Die Frau sagte mir, dass ich die Galga mit ihren Welpen im Internet sehen könne, wenn ich wolle. Ich wollte natürlich sofort! Ich setzte mich an den Computer und dann sah ich es: „dieses Gesichtchen“, ich sah sie: „diese Augen“ und ich wusste: „Ihn möchte ich haben, genau ihn, Mambolino!

 

Ich habe das alles mit meinem Mann und unserer Tochter besprochen und beide waren meiner Meinung: „Da müssen, wollen und werden wir helfen!“

Ich habe weder meinem Mann noch meiner Tochter gesagt, welcher Welpe es mir angetan hat. Ich liess beide selber aussuchen und siehe da, beide entschieden sich, unabhängig voneinander, für Mambolino. Hurrah!

Als wir ihn das erste mal in Natura sahen, war er noch schöner als auf dem Bild. Aber er war so dünn, entsetzlich dünn sogar. In diesem Moment wusste ich die Antworten auf all meine Fragen: „Ja, ich wollte noch einen Hund und zwar genau diesen und nicht irgendwann, sondern sofort!“

Wir mussten noch eine Woche warten, bis wir ihn holen konnten, denn er wurde noch geimpft und gechipt. Dann kam der 20.03.04 und wir durften Mambolino endlich nach Hause holen. Als wir ihn abholten erschrak ich, denn er hatte in dieser Woche noch eine Magen – Darm Grippe aufgelesen und war noch dünner geworden, er sah so zerbrechlich aus!

Zu Hause angekommen gab es zuerst mal was zu Essen.


Als ich sah, wie Mambolino sich auf das Futter stürzte, habe ich ihm versprochen, dass der Behälter, in dem sich sein Futter befindet, nie leer sein wird und er nie mehr Hunger haben muss.

Es war schlimm, am Anfang hat er einfach ALLES gefressen was er gefunden hat: Steine, Holz, Papier, Zigarettenstummel, Kaugummis usw. Eine Schraube und eine Glasscherbe konnte ich ihm gerade noch rechtzeitig aus dem Mund nehmen. Was müssen diese armen Hunde gehungert haben?! Es ist so grausam!

Es gab Leute, die uns fragten, warum Mambolino so dünn sei, ob er krank sei usw. Mambolino hat uns fast die Haare vom Kopf gefressen. Er hat sich aber bald gut erholt und auch gut zugenommen.

 

Wir haben mit ihm die Welpenspielstunden besucht und machen jetzt gerade den Junghundekurs. Mambolino ist schon sehr folgsam und ein Traum von einem Hund.

Ich habe ihm gelernt Bus, Tram und Zug zu fahren. Ich war mit ihm im Warenhaus, im Restaurant, auf dem Markt und alles klappt ohne Probleme. Er ist sehr anhänglich und dankbar für alles.

Heute fragen mich die Leute, was ich Mambolino gebe, dass er immer schöner wird! Ich gebe ihm eigentlich nichts besonderes, ausser genügend gutes Futter und ganz ganz viel Liebe. Heute ist Mambolino 7 Monate alt, 63 cm hoch und hat etwas mehr als 20 Kilo und ist wunderschön!

Mambolino liebt Menschen, besonders Kinder! Er ist mit allen Hunden gut Freund und hat viele viele Hundekumpels, die mit ihm Tag für Tag spielen.

Seit knapp 6 Wochen wohnt Mambolinos Schwester „Mascha“ bei meiner Kollegin im Nachbarhaus. Die beiden sehen sich täglich und können wunderbar zusammen rennen.

Ich finde es schön mit meinem Hunderudel unterwegs zu sein.

Ich glaube es war „Schicksal“, dass dieser Brief mit dem Hilferuf für die Galgos gerade in dieser Zeit kam, als ich nicht wusste, was ich wollte. Denn heute weiss ich es und ich habe es noch nie bereut!

 

Seit unser kleiner (grosser) Spanier bei uns lebt, hat unser Leben andere Werte bekommen. Werte wie Glaube, Liebe, Hoffnung und Dankbarkeit sind wieder aufgeblüht!

Danke Mambolino, dass du unser Leben bereichert hast!

Ich wünsche dir ein langes und glückliches Leben bei uns und werde alles tun, damit es dir an nichts mangeln wird.

Mambolino wir lieben Dich!

 

Mami, Papi und Rebekka

August 2004

 

Mirjam Fahrni

 

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