Erfahrungsberichte von Hundefreunden

Emil aus dem Tierheim Òdena

Wie aus einem Angstbeisser so langsam ein Schmusehund wird


Wir h
aben schon eine kleine Hündin aus einem spanischen Tierheim, die von einem schüchternen Mäuschen zu einer selbstbewussten Lady wurde.

Nun wollten wir noch einen zweiten Hund und schauten im Internet nach, fanden "Tierheim Òdena" und waren überwältigt über so viel liebe Hunde, über deren Charaktere man alles erfuhr, aber auch über ihre manchmal schreckliche Schicksale. Wie soll man sich da entscheiden können!

Es musste wegen unserer Paula ein kleiner Kerl sein, mit großen Hunden hat sie ihre Probleme und beißt dann auch schon mal zu.

Dann fanden wir einen süßen Zwerg. Man sah ihm auf dem Bild schon seine Angst an. Seine Beschreibung war nicht das, was wir uns vorstellten: Lässt sich nicht anfassen, beisst schnell zu und versteckt sich dann. Überhaupt nicht zu Reden von Leine, Schmusen usw.

Emil im Urlaub in Manresa

Unsere 13jährige Tochter wollte ihn unbedingt haben und erklärte uns, dass gerade dieser Kleine uns brauche. Alle Argumente unsererseits schlugen fehl.

Mit gemischten Gefühlen sagten wir zu. Und am 04.01.04 kam ein 24 cm SH kleines Etwas bei uns an. Panik stand in seinem Gesicht. Die ersten 3 Tage lag er nur unter dem Weihnachtsbaum. In ganzer Größe bekamen wir ihn überhaupt nicht zu sehen. Er war "nachtaktiv", denn morgens war das Futter weg, dafür lag ein Häufchen da und in einigen Ecken auch Pipi.

Unsere Paula war richtig irritiert, sie wollte mit ihm spielen, aber von Emil sah man nichts.

Mein Mann fasste sich ein Herz und Emil und badete ihn. Mit Erfolg, er konnte 14 Tage drei Finger nicht bewegen. Von da an ließen wir den Hund einfach in Ruhe. Keiner griff nach ihm, wir sprachen nur mit ihm. Emil hat sich Paulas Körbchen und Futternapf geschnappt, obwohl er alles neu von uns bekommen hat. Paula war es egal, sie nahm dann eben das neue Körbchen. Als er merkte, dass Paula bei einer Tür immer freudig aufgeregt war, wurde er neugierig und folgte ihr mit wackeligen langezogenen Beinen. Dann entdeckte er den Garten. Seit diesem Zeitpunkt pinkelt er nur noch in die Wohnung, wenn frisch geputzt ist.

Paula ließ Emil herzlich in ihr Leben

Er mied uns immer noch wie die Pest. Aber er lernte sehr viel von Paula. Die beiden vertrugen sich sehr gut. Nach 2 Monaten ließ er sich zum ersten Mal streicheln. Natürlich nur im Gesicht und wir mussten die Arme weit ausstrecken, sodass wir ihn fassen konnten und er zur "Not" gleich mal zubeissen konnte.

Noch einen Monat später fing er an zu spielen, traute sich immer näher an uns heran, ließ sich auch mal an Bauch und Rücken streicheln. Heute ist er ein richtiges Schmusebärchen, er fordert einen auf mit ihm zu schmusen und obwohl er immer noch panische Angst vor Leinen, Hochheben und Tragen hat, ist er schon ein recht aufgeschlossener kleiner Kerl geworden.Seit er weiß, dass ein Auto keine Gefahr bedeutet und Auto fahren Spaß macht, sitzt er schon gleich drin,kaum dass man die Tür öffnet. Mit viel Überredungskunst lässt er sich jetzt anleinen, dann spaziert er Stolz mit uns in den Wald verbellt raschelnde Blätter und andere Feinde. Mit Paula kommt er super klar. Sie machen spaßeshalber Machtkämpfe, purzeln ausgelassen in der Wiese oder sonnen sich einfach nur.

Sein Gesichtsausdruck hat sich total verändert. Man sieht ihm seine Zufriedenheit an. Wir sind alle so glücklich, dass wir unseren Emil haben.

Zwei Weltenbummler

An Ostern waren wir in Manresa (15 km von Òdena) in Ferien und haben auch das Tierheim besucht. Dolors soll mal gestaunt haben, dass aus einem bissigen Toby ein lieber Emil geworden ist. Sie hat ihn nach 3 Jahren das erste Mal gestreichelt. Auch Andrea war von seinen Fortschritten begeistert.

Im Sommer fahren wir sie wieder besuchen. Vielleicht ist er dann noch etwas zutraulicher. Das hoffen wir, aber wenn nicht. bleibt er eben so unser bester Junge.

Da wir schon seit fast 20 Jahren nur Hunde aus Spanien haben, können wir aus Erfahrung sagen, dass diese sehr dankbare,  liebevolle und anhängliche Tiere sind und man von ihnen viel mehr bekommt, als man ihnen gibt.

Wir möchten uns auch bei Andrea, Dolors und Isaac ganz herzlich bedanken, die uns die Schwächen von Emil ehrlich mitgeteilt haben, sodass keine unangenehme Überraschungen passieren konnten.

Wir hoffen, dass sie noch weiterhin so viel Erfolg, aber auch die Energie haben sich für herrenlose oder ausgesetzte Tiere einzusetzen. Vielleicht können wir mit unserem kleinen Beitrag auch helfen, dass jemand aus Deutschland sich ein Tier aus Òdena holt.

 

Liebe Grüße Eva-Maria, Sabine und Wilm mit Paula und Emil

30. April 2004

 

Eine Mail an : Paula und Emil

 

 

So lange die Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,

so lange fühlen Tiere, dass Menschen nicht denken.

 

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