Plu 

All unsere Tiere sind irgendwo eingesammelt. Da es auf Ihrer Homepage ja um Hunde aus dem Süden geht, beginne ich mit unserer ersten Hündin Plu, erstanden als Minibündel, erst ein paar Wochen alt, von einem Hippie vor der Universitätsstadt in Madrid.
Plu zu beschreiben ist schwer. Jeder Hundebesitzer, der schon einmal den perfekten Hund hatte, weiß, wovon ich spreche. Sie war schlau und lustig, liebevoll und gütig, sensibel und verständnisvoll, immer da und nie störend, der perfekte Zuhörer und 100% zuverlässig. Sie war die Beste.

Nur einmal hat sie all ihre Vernunft über Bord geworfen und sich einem Collie hingegeben. Das Ergebnis waren zwoelf Welpen. Ansonsten konnte man sich in allen Belangen auf sie verlassen, sie war stets dabei, auf allen Partys, bei Freunden, im Restaurant, in Kneipen, im Urlaub und bei längeren Aufenthalten auch in NYC und Chicago. Sie lief stets ohne Leine, folgte auf’s Wort und war überall willkommen, sie überzeugte durch Witz und Charme und nahm selbst hundeängstlichen Menschen in kürzester Zeit die Sorge.

Jeden Neuzugang nahm sie gelassen und freundlich auf, meine Katze Lilli aus London, die ich dort in einem Supermarktkartonmülleimer gefunden hatte, die allerdings meine Eltern dann nicht mehr hergeben wollten, die neue Katze Lola vom Kölner Tierschutz, den Wellensittich Koebes, mit dem mein Lebenspartner seine Vogelphobie bekämpfen wollte und auch erfolgreich bekämpft hat, und schließlich unseren Sohn Anton, den sie von Beginn an beschützte und dem sie trotz dann schon hohen Alters nachher seine 20 cm weit geworfenen Stöcke mit großer Geduld zurückbrachte.

Als sie sehr krank wurde und schließlich starb, starb von uns allen ein bisschen mit. Sie hat so lange unseren Weg begleitet, ist in fast jeder Erinnerung present und auch heute, wenn ich ueber etwas nachdenke, sehe ich sie vor mir sitzen, den Kopf schief legen, die Stirn kraus ziehen und mitdenken. Gern hätten wir sie für immer behalten.

Mit Plus Tod lief hier nichts mehr, wie es laufen sollte. Wir fühlten und traurig und träge, Plu fehlte überall, ich kam morgens ohne meinen Hundespaziergang nicht mehr in die Gänge, ich konnte ständig ihr Trippeln hören, sah sie um die Ecke kommen und hörte sie atmen. Wir brauchten dringend einen neuen Hund. All die guten Ratschläge unserer Familien, erst einmal abzuwarten, Plu richtig zu betrauern und zu sehen, ob es nicht auch ohne geht, lehnten wir ab. Wir wussten sehr gut, dass es für einen neuen Hund unmöglich werden würde, genau in Plus Fußstapfen zu treten. Doch das war ja auch gar nicht das Ziel, natürlich würde ein neuer Hund ein anderer Hund werden und so soll es schließlich auch sein.

Über das Internet und die Tierhilfe Fuerteventura kamen wir an Lulu. Nur durch ein Photo bekannt holten wir sie am Frankfurter Flughafen ab und waren sofort begeistert, Egal, was man vorher für Sorgen hatte, wenn so ein Hundchen ganz verschwitzt nach langem Flug vorsichtig und schüchtern aus seiner Kiste lugt, sind alle Bedenken verschwunden.

Lulu

Lulu hatte von Beginn an die Fähigkeit, jeden zum Lachen zu bringen. Ihre Schüchternheit hatte sie am Flughafen nur als Eisbrecher eingesetzt, nach unserer Ankunft in Köln war davon nichts mehr zu spüren. Sie hat nichts als Unsinn im Kopf, stürmt begeistert auf jeden Menschen und jedes Tier zu, ist einer der sozialsten Hunde, die ich je kennen gelernt habe und würde, wenn sie nicht zu groß geworden wäre, am liebsten bei jedem auf dem Schoss sitzen, was sie auch gelegentlich noch versucht. Rücksicht nimmt sie allein auf Anton, nachdem sie ihn als Welpe ein paar mal umgerempelt hat, um sich danach voller Sorge um das heulende Bündel zu kümmern, hat sie schnell kapiert, das kleine Menschen noch nicht so standhaft sind. Diese Tatsache nutzt sie allerdings auch, wenn Anton ihr den Ball nicht abgeben will, steckt sie von hinten ihren Kopf zwischen seine Beine und lässt ihn hüpfen, worüber Anton sich totlachen kann. Leider unternimmt sie dies auch gelegentlich bei anderen Kindern im Park, worüber deren Eltern gar nicht lachen können. Danach kann ich mir dann ungefähr vorstellen, wie Anlagehundebesitzer sich fühlen müssen.

Letztes Jahr im Sommer wurde bei Lulu schwere HD diagnostiziert. Die Symptome wurde immer schlimmer und als wir den August 2002 auf Mallorca verbrachten, konnte sie kaum noch aufstehen und ein Hinterbeinchen gar nicht mehr belasten. Nur mit dem alten Fincahund drehte sie abends mit Mühe eine Runde über das Grundstück und überhaupt schien Hundegesellschaft sie aufzuheitern. So beschlossen wir, dass die Gesellschaft dauerhaft sein sollte und holten Cuca aus einem Tierheim in Inca. Sie war in einem bedauernswerten Zustand, den ganzen Körper voller Zecken, eine lange Narbe über die gesamte Seite und ganz matte Augen. Lulu war sofort begeistert und bemutterte sie nach Strich und Faden, ihre Hüftbeschwerden waren innerhalb von Tagen verschwunden, natürlich wissen wir, dass diese Tatsache wahrscheinlich mit dem Wachstum zu tun hatte und nicht mit der Hundeanschaffung und doch gab es einem das Gefühl, das Richtige getan zu haben (obwohl man natürlich nie ZWEI Hunde in der Großstadt halten wollte).

Cuca 

Lulu und Cuca sind absolut unzertrennlich, obwohl Cuca so ziemlich genau das Gegenteil von Lulu ist. Sie ist so devot und schüchtern, bis heute, sie sorgt sich ständig, ob alle da sind und es allen gut geht und sie nur ja nichts falsch gemacht hat. Sie weicht nicht von Antons Seite, hält es für unangebracht, wenn Fremde Anton ansprechen, lässt sich ganz selten einmal von Lulu zu großem Unsinn anstiften und vergeht danach fast vor schlechtem Gewissen. Sie horcht aufs Wort und wartet geduldig und kopfschüttelnd mit mir ab, bis Lulu sich dann von all ihren Ablenkungen auch einmal wieder eingefunden hat, sie ist so lernbegeistert, nimmt jede neue Lektion mit Begeisterung auf und würde am liebsten noch viel mehr lernen. Wenn wir mehr Zeit hätten, wäre sie der ideale Partner für jede Art von Hundesport.

All unsere Tiere haben einen tollen Charakter, sind absolut zuverlässig und aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken. Wir haben ihre Anschaffung nie bereut, sie sind ein Geschenk und eine Bereicherung, sie bringen uns zum Lachen, halten uns auf Trab, sie unterhalten und trösten uns und gerade für ein Kind die idealen Weggesellen. Unsere Hunde aus dem Süden haben sich tadellos in unsere Familie eingefügt, sind sehr sozial und ganz einfach im Umgang und somit ist eine solche Anschaffung nur wärmstens zu empfehlen.

Beste Grüße,
Alexandra Post

email: Alex